Maßeinlagen
Definition
Maßeinlagen sind mechanische Heil- oder Hilfsmittel, die als korrigierend, stützend oder entlastend wirkende Orthesen zur Behandlung von Fußerkrankungen erforderlich sein können.
Für die Ausführung von Maßeinlagen sind folgende Festlegungen wichtig:

  • Hinweis auf das zu verarbeitende Material (Thermoplaste, Gießharze, Korkverbindungen) und die Abformtechnik (Gips- oder Formabdruck bzw. Trittspur).
  • Angaben zur beabsichtigten Wirkung (Korrigierend, stützend oder entlastend).
  • Besondere Hinweise zur Formgebung (Detorsionsschnitt, seitliche Klammer oder Schalenform).
  • Angabe zusätzlich erforderlicher Elemente (Supinations- oder Pronationskeil, Fersenspornentlastung, Metatarsalpolsterung).
  • Bezeichnung der zu versorgenden Deformität und Diagnosehinweise.

Vgl. Kapitel Einlage.

Die Zielfestsetzung erfordert das fachgerechte Aufeinanderabstimmen von Fuß, Einlage und Schuh als Ganzes. Dabei schwankt die Ausführung der Maßeinlage immer zwischen Form und Funktion.
Die Oberseite der Einlage – sie ist die fußzugewandte Seite – sollte genau nach dem jeweiligen Abdruck geformt und gestaltet sein. Die Unterseite der Einlage – sie ist die schuhzugewandte Seite – sollte der zu tragenden Schuhform, genauer der Brandsohlenform, entsprechen und einen nicht zu rutschigen Belag haben.
Bei der sportartspezifischen Maßeinlage kommt immer die Weichschaum-Schaleneinlage nach Formabdruck zur Verordnung, zuzüglich den jeweilig notwendigen Zusätzen (s.o.). Bei der Herstellung einer sportartspezifischen Maßeinlage kommt es auf die Abstimmung der sportartspezifischen Bewegungen und der patientenabhängigen Erkenntnisse der Gang- und Bewegungsanalyse an.
Zur Auswertung der Analyse wird der Abrollvorgang in drei Phasen eingeteilt:

  • Landephase
  • Stützphase
  • Abstoßphase

Mit der Maßeinlage kann auf alle Phasen Einfluß genommen werden, deshalb muß jede für sich einer genauen Betrachtung unterzogen werden.

Die aktive Bewegung, in welcher Form auch immer betrieben, ist ein Grundbedürfnis des Menschen. Unser hochspezialisierter Bewegungsapparat ist ganz auf die Funktion ausgerichtet. Starre Knochen, bewegliche Gelenke bilden eine funktionelle Einheit, sie sind aufeinander angewiesen und beeinflussen sich gegenseitig. Die Orthopädieschuhtechnik ist heute in der Lage, individuelle, funktionsverbessernde und sportartspezifische Maßnahmen so zu verbinden, daß das Grundbedürfnis Sport für jedermann möglich ist.