Orthopädische Schuhe sind maßangefertigte Schuhe, die durch den Einbau orthopädicher Elemente, unter Berücksichigung bestimmter Fußkrankheiten oder Beschwerden zum orthopädischen Schuh werden und  vom Arzt wie z. B. Medikamente verschrieben werden.

Es gibt viele unterschiedliche Gründe, warum orthopädische Schuhe getragen werden sollen. Ihre Form und ihre Funktionsweise sind auch recht individuell. In jedem Fall werden sie für den Kunden auf Maß und von Hand angefertigt. Ein Merkmal orthopädischer Schuhe ist, dass sie Beschwerden lindern oder zumindest eine Verschlimmerung der Beschwerden aufhalten sollen. Bei orthopädischen Schuhen werden natürlich auch modische Aspekte berücksichtigt, wenn dadurch sie medizinichen Vorgaben nicht beeinträchtigt werden.

Die Füße des Menschen sind eine komplizierte "Apparatur", an der auch einiges kaputtgehen kann. Orthopädische Schuhe helfen, diese Fehlstellungen, Krankheiten oder andere Beschwerden zu lindern und somit ein möglichst normales Gehen und die Mobilität des Patienten zu erhalten. Aufgrund der Vielzahl von Fußleiden gibt es ebenso sehr viele Arten von orthopädischen Schuhen, die jeweils an das Krankheitsbild und den individuellen Fuß angepasst werden.

 

 

Grundsätzlich sind Schuhe Bekleidungsstücke und damit Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens. Schuhe gehören nur dann zu den Leistungen der Gesetzlichen Krankenversicherung, wenn bei definierten Krankheitsbildern/Funktionsstörungen der medizinisch notwendige Behinderungsausgleich für den Fuß nicht mit fußgerechten Konfektionsschuhen, deren orthopädischer Zurichtung bzw. orthopädischen Einlagen erreicht werden kann.

Der Anspruch des Versicherten erstreckt sich nicht nur auf die Erstausstattung, sondern auch auf deren Änderung, Instandsetzung und die gegebenenfalls notwendige Ersatzbeschaffung. Schuhe gehören dann zu den Leistungen der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), wenn bei definierten Krankheitsbildern und Funktionsstörungen der medizinisch notwendige Behinderungsausgleich für den Fuß nicht mit anderen Hilfsmitteln erreicht werden kann. Der Leistungsumfang der GKV umfaßt auch den optisch an den Maßschuh angepaßten Schuh für die nicht versorgungsbedürftige Gegenseite.
Zu den notwendigen Änderungen gehören insbesondere Erweiterungen und Ergänzungen, die ihre Ursache in der Person des Versicherten (z.B. geändertes Krankheitsbild, Wachstum) haben.
Um den Bedürfnissen der Betroffenen aus- reichend Rechnung zu tragen sowie aus hygienischen Gründen erhalten Versicherte als Erstausstattung grundsätzlich zwei Paar orthopädische Maßschuhe für den Straßengebrauch und ein Paar Maßschuhe in leichter Ausführung für den Hausgebrauch.

Generelle Mindestgebrauchszeiten lassen sich für eine Ersatzbeschaffung (Nachlieferung) von orthopädischen Schuhen und orthopädischen Zurichtungen am Konfektionsschuh nicht festlegen. Bei orthopädischen Maßschuhen handelt es sich um in Handarbeit gefertigte hochwertige Schuhe, die mit normalen Konfektionsschuhen nicht zu vergleichen sind. Sie bleiben auch bei starker Beanspruchung mindestens ein Jahr funktionsfähig. Nach der Erstausstattung kommt eine Erstbeschaffung grundsätzlich erst nach zwei Jahren in Betracht.

Instandsetzungsarbeiten am orthopädischen Maßschuh können außerhalb der Gewähr- leistungspflicht notwendig werden, um den therapeutischen Nutzen des Schuhs weiter zu erhalten. Diese Instandsetzungsarbeiten werden dann von der GKV übernommen, wenn sie technisch möglich und wirtschaftlicher als die Ersatzbeschaffung eines orthopädischen Maßschuhs sind. Reparaturen aufgrund der normalen Abnutzung an Absatz und Laufsohle gehen - ebenso wie Reparaturkosten für normale Schuhe - zu Lasten des Versicherten.

Qualitätsnachweise der verwendeten Materialien:
Für konfektioniert hergestellte Produkte dieser Produktgruppe hat der Hersteller bzw. Vertreiber die geforderten Nachweise zur Materialbeschaffenheit innerhalb von sechs Monaten nach Veröffentlichung im Bundesanzeiger durch Vorlage einer SG-Prüfung bzw. vergleichbarer anderer Prüfverfahren zu erbringen. Für das Material individuell hergestellter oder zugerichteter Produkte gelten die gleichen Anforderungen, die auch die Zulieferindustrie gegenüber dem OSM-Betrieb nachzuweisen hat.

Eigenanteil - Selbstbeteiligung
In Anlehnung an die Orthopädieverordnung empfehlen die Spitzenverbände der Krankenkassen, bei der Versorgung mit orthopädischem Maßschuhwerk sieben Eigenanteilpositionen zugrunde zu legen. In den Fällen, in denen eine einseitige Versorgung erfolgt, hat der Versicherte eine Eigenbeteiligung von 50% des vorgesehenen Eigenanteils zu leisten.

Ohne Eigenanteil sind: Orthopädische Zurichtungen am Konfektionsschuh, Leisten, Änderungen, Reparaturen und Instandsetzungen.

Orthopädischer Maßschuh
31.03.01.0001-4999

Zusatzarbeiten am orthopädischen Maßschuh
31.03.02.0001-8999

Therapieschuhe, konfektioniert
31.03.03.0001-7999

Orthopädische Zurichtungen am konfektionierten Schuh
31.03.04.0001-3999

Änderungen/Instandsetzungen am orthopädischen Maßschuh
31.03.05.0001-4999

Leisten
31.03.06.0001-0999

Abrechnungspositionen für Zusätze
31.99.99.0001-0999